Flir­ten im alten Rom: Ovids Flirttipps

Heute geht es wei­ter mit dem zwei­ten Teil von Ovids Flirttipps.

Die bes­ten Orte, um sich nach inter­es­san­ten Partner*innen umzu­se­hen und seine Flirt­tech­ni­ken ein­zu­set­zen, seien Gla­dia­to­ren­spiele, Wagen­ren­nen, Thea­ter­auf­füh­run­gen, sowie Para­den und Feste. Dort sei die Aus­wahl beson­ders groß und im dich­ten Gedränge komme es zwangs­läu­fig zu Berüh­run­gen, was Ovid als „Gesetz des Ortes“ bezeichnet.

Hier ein paar Tipps für Männer:

Pflege

Zur Pflege (dies war auch für Män­ner wichtig):

„Finde kei­nen Gefal­len daran, das Haar mit der Brenn­schere zu kräu­seln, und reibe dir die Schen­kel nicht mit rauem Bims­stein glatt. Über­lass das den Eunuchen.“

„Unter der Ach­sel soll nicht der stin­kende Bock, der Herr der Zie­gen­herde, hausen.“

Aus­wahl

Zur Aus­wahl (Mono­ga­mie war nicht Ovids Sache):

„Frucht­ba­rer ist die Saat stets auf frem­den Äckern, und des Nach­barn Vieh hat ein pral­le­res Euter.“

„Bei Nacht blei­ben die Män­gel ver­bor­gen, man ist nach­sich­tig gegen­über jeg­li­chem Feh­ler, und die Däm­mer­stunde macht jede belie­bige Frau schön.“

Leere Ver­spre­chun­gen

Zu lee­ren Ver­spre­chun­gen (er rät den Män­nern das zu tun, wovon er die Frauen wie­derum warnt):

„Ver­sprich nur recht viel, denn was kos­ten schon Ver­spre­chun­gen? Hoff­nung hält, wenn sie ein­mal Glau­ben gefun­den hat, lange Zeit vor.“

„Jede hält sich für lie­bens­wert; mag sie auch abgrund­häss­lich sein, jeder gefällt die eigene Gestalt.“

Lie­bes­spiel

Zum Lie­bespiel:

„Ich ver­ab­scheue ein Lie­bes­la­ger, das nicht beide hin­schmel­zen lässt; das ist der Grund, warum mich Kna­ben­liebe weni­ger anspricht.“

Selbst­er­kennt­nis

Zur Selbst­er­kennt­nis:

„Erkenne dich selbst! Nur wer sich selbst kennt, wird mit Weis­heit lie­ben und alles, was er tut, sei­nen Kräf­ten anpassen.“

Quel­len

Ovid, Ars ama­to­ria (Die Lie­bes­kunst), ent­stan­den zwi­schen 1 v. Chr. und 4 n. Chr