Storyteller

Über Storyteller

Hier schreiben ganz verschiedene Menschen ihre persönlichen Dating-Geschichten, die sie mit uns teilen.

Auf Part­ner­su­che mit zwei Kin­dern im Gepäck

Auf Part­ner­su­che mit zwei Kin­dern im Gepäck

Dies­mal erzählt uns eine ganz liebe Kun­din, wie es ihr als Sin­gle-Mut­ter im Dating-Leben geht.

Wie ver­mut­lich bei den meis­ten Eltern gab es nach der Geburt mei­ner Kin­der erst­mal nur mich und sie, es war kein Platz für jemand ande­ren, wir drei bil­de­ten eine untrenn­bare Ein­heit. Nach­dem ich mir mit der Zeit wie­der ein paar Frei­räume geschaf­fen hatte und mich mehr wie ich selbst fühlte, merkte ich, dass mir kör­per­li­che und emo­tio­nale Nähe abging, auch wenn ich noch immer nicht wusste, wie jemand ande­rer in mei­nem Leben Platz fin­den konnte.

Ab dann folg­ten diverse Ver­su­che, Men­schen, Erfah­run­gen. One Night Stands waren der erste Ver­such den ich schnell wie­der auf­gab. Eine feste Bezie­hung ebenso, das war ein­fach zu viel, zu schnell und ich noch nicht bereit. So lan­dete ich in einer nicht-mono­ga­men, unde­fi­nier­ten Bezie­hung zu einem sehr lie­ben Men­schen, den meine Kin­der als lie­ben Freund kann­ten der manch­mal bei uns über­nach­tete, und das war auch genug. Als diese auf­grund äuße­rer Umstände zu Ende ging, ich jemand neuen ken­nen­lernte und mit ihm in einer ähn­li­chen Kon­stel­la­tion lan­dete merkte ich, dass mir das nicht mehr genug war. Für ihn kam eine feste Bezie­hung nicht in Frage, er meinte, es würde ja zwi­schen uns eigent­lich pas­sen, aber meine Lebens­si­tua­tion würde ihn einschüchtern.

Die­sen Satz hörte ich von da an regel­mä­ßig, jeder Ver­such, es mit jeman­dem ein­fach lang­sam und ent­spannt anzu­ge­hen endete in einer flüch­ti­gen Bekannt­schaft, die an der Stelle endete, an der die andere Per­son Angst bekam. Gleich­zei­tig hörte ich genau so oft das Bedau­ern, dass die Kin­der ja ent­zü­ckend wären, dass es schön wäre, dass ein­fach nur der Druck auf­grund der Situa­tion zu groß ist.

Nach einer wei­te­ren sol­chen Epi­sode beschloss ich, dass Zufalls­be­kannt­schaf­ten nicht mehr das rich­tige für mich sind, und wagte mich auf mein ers­tes Slow Dating Event, nicht ohne mei­nen bes­ten Freund als Ver­stär­kung und einer gehö­ri­gen Por­tion Herz­klop­fen. Auf diese span­nende, schöne, neue Erfah­rung beim Silent Dating folg­ten ein paar Dates mit einem inter­es­san­ten Men­schen mit dem es den­noch nicht gepasst hat, und ich besuchte wei­tere Events wann immer es gerade keine Dates oder Bezie­hungs­ver­su­che gab, ein­fach weil es jedes mal ein Erleb­nis war, weil es immer wie­der auf­re­gend war, neue Men­schen ein wenig ken­nen­zu­ler­nen mit denen man auf den ers­ten Blick keine Gemein­sam­kei­ten gese­hen hätte, und nicht zuletzt weil ich mich bei Helena immer so unheim­lich wohl­ge­fühlt habe 🙂

Zuletzt hat sich inmit­ten die­ser ver­rück­ten, her­aus­for­dern­den Zeit zum ers­ten Mal eine Bezie­hung zu einem Mann mit Kind erge­ben. Ich dachte immer, dass das für mich nicht in Frage käme, weil schon meine freie Zeit so limi­tiert ist, wie sollte das gehen, wenn beide Men­schen so gebun­den wären? Was soll ich sagen, es ging nicht nur, es passte per­fekt, das Ver­ständ­nis für kurze Nächte, Müdig­keit, aber auch die Zeit alleine beson­ders nut­zen zu wol­len war gegen­sei­tig ganz ein­fach da, diese Zeit war das Schönste was ich seit lan­gem erle­ben durfte, auch wenn sie schmerz­haft zu Ende ging.

Ich bin durch all diese Erfah­run­gen gewach­sen, ich habe mich ent­wi­ckelt, Dinge mit­neh­men kön­nen und bin dar­über sehr froh. Und jetzt stehe ich hier, mit mei­nen bei­den Kin­dern, weiß was ich will, was ich kann, aber auch was nicht mehr für mich und uns in Frage kommt, und bin jetzt wirk­lich bereit für das große, dau­er­hafte Glück – viel­leicht war­tet es ja beim nächs­ten Slow Dating Event auf mich 🙂

Dating Story: Alles zu sei­ner Zeit oder dop­pelt gematcht hält besser

Alles zu
sei­ner Zeit
oder dop­pelt gematcht hält besser

Diese Dating-Story erstreckt sich über zwei Events — daher auch über zwei Blog­ar­ti­kel 🙂 Lest hier im zwei­ten Teil, wie Monja ein uner­war­te­tes Wie­der­se­hen hatte.

Der zweite Teil der Geschichte spielt nicht ganz ein Jahr spä­ter, im April 2020. In Sachen Dating hatte sich bei mir in der Zwi­schen­zeit viel getan. Tref­fen mit Typen, bei denen weder Name, Alter oder Bezie­hungs­sta­tus mit dem Pro­fil über­ein­stimm­ten, mit Mans­p­lai­nern, die es schaff­ten, sich in den ers­ten 5 Minu­ten ins Aus zu kata­pul­tie­ren („Was, du schwimmst auch gerne? Ich kann dir gern mal ein paar Tech­ni­ken bei­brin­gen“) und es gab natür­lich auch super­nette Män­ner, bei denen sich aber die nötige Lei­den­schaft dann doch nicht ein­stellte. In Summe über­wo­gen jedoch die nega­ti­ven Erfah­run­gen. Ver­ständ­lich also, dass ich Anfang des Jah­res etwas Dating-müde gewor­den war. Mir kam das Social-Distancing also gerade recht, um zur Ruhe zu kom­men und mich auf mich selbst zu kon­zen­trie­ren. Um das mit einem sym­bo­li­schen Akt zu unter­strei­chen, warf ich meine Packung Instant­kaf­fee, die ich nur für Über­nach­tungs­gäste auf­ge­ho­ben hatte, in den Müll und ver­kaufte mein zwei­tes Kis­sen auf willhaben.

Irgend­wann hatte aber selbst ich genug Fotos ein­ge­klebt, alte A‑Team Fol­gen geschaut und Möbel repa­riert. Ich sehnte mich danach, neue Leute ken­nen­zu­ler­nen und ein­fach ein biss­chen Abwechs­lung zu erle­ben. Und so kam es, dass ich eines Tages wie­der eine Slow­da­ting Wer­bung bekam — die­ses Mal für einen online Spie­le­abend — und mich noch für den­sel­ben Abend anmeldete.

Mit einem Glas Rot­wein machte ich mich dann für einen gemüt­li­chen Abend bereit. Und dann, gleich zu Beginn, als man alle Teil­neh­mer sehen konnte, kam die große Über­ra­schung: Auch Alex war wie­der dabei! Mein ers­ter Gedanke war „Fuck, wor­über soll ich mich 15 Minu­ten lang mit einer Per­son unter­hal­ten, wenn man sich gegen­sei­tig nicht span­nend genug für ein zwei­tes Date hielt?“ Ich fühlte mich ein biss­chen wie damals, als ich den Leh­rer, bei dem ich eigent­lich zu genau dem Zeit­punkt Geschichte gehabt hätte, im Schwimm­bad begeg­net war. Par­al­lel zu den ers­ten Spiel­run­den über­legte ich, wie ich ins Gespräch ein­stei­gen sollte.  Ein scherz­haf­tes „Satz mit X“? Oder sollte ich erklä­ren, dass ich damals eine so stres­sige Phase hatte und mich des­halb nicht mehr gemel­det habe? Und über­haupt, wie hoch ste­hen die Chan­cen, dass er sich nicht mehr an mich erin­nert? Natür­lich ist auch hier Der Teu­fel ist ein sadis­ti­sches Eich­hörn­chen und wir wur­den uns als aller­letz­tes zuge­schal­tet. Zumin­dest hatte zu dem Zeit­punkt schon der Wein seine Wir­kung ent­fal­tet. Das Gespräch ver­lief dann aber doch ganz anders als erwar­tet. Denn bevor ich irgend­et­was sagen konnte, sagte er ziem­lich viel: Er hatte erst vor kur­zem wie­der an mich gedacht und dabei bereut, sich nicht mehr gemel­det zu haben. Es sei damals nicht der rich­tige Zeit­punkt gewe­sen. Und ob wir nicht mal tele­fo­nie­ren wol­len. Ich war ziem­lich über­rascht und etwas über­rum­pelt, aber es sprach ja nichts dage­gen, weil ich unser ers­tes Date nur ange­nehm in Erin­ne­rung hatte.

Ich weiß noch, dass ich vor dem ers­ten Tele­fo­nat rich­tig schlechte Laune hatte und unmo­ti­viert war. Das Gespräch war aber dann nicht nur super­wit­zig son­dern auch tief­ge­hend und beim Auf­le­gen dachte ich mir noch “das war echt eine gute Zeit”. Auf das zweite Tele­fo­nat freute ich mich schon rich­tig. Danach ver­ab­re­de­ten wir uns — Über­ra­schung — zu einem Spaziergang.

Ich kann gar nicht genau sagen, wann es für mich begann, mehr zu wer­den. Beim 2.  Spa­zier­gang fragte ich roman­tisch „wol­len wir uns viel­leicht mal küs­sen?“. Er wollte und spä­tes­tens dann war es bei mir ziem­lich klar. Mit Alex war so vie­les so anders. Er schrieb mir ein­fach, wenn er ein Tref­fen schön fand (und auch sonst). Er war von Anfang an auf­merk­sam und brachte mich stän­dig zum Lachen. Er war auch seit lan­gem der erste, bei dem ich mich nach einer gemein­sa­men Nacht auch auf ein gemein­sa­mes Früh­stück freute.

Natür­lich war auch das gesamte Ken­nen­ler­nen wegen des Lock­downs sehr spe­zi­ell. Keine typi­schen Restau­rant­da­tes, kein gemein­sa­mes Fei­ern (bis heute kennt er mein Party-Ich noch nicht) und auch den Freun­des­kreis des ande­ren konnte man nur begrenzt ken­nen ler­nen. Aber es hatte auch sein Gutes, da man sich so ganz auf­ein­an­der kon­zen­trie­ren konnte.

Jetzt sind wir seit etwa 10 Mona­ten zusam­men. Frü­her hätte ich nie geglaubt, dass ich auf einem Datin­ge­vent tat­säch­lich jeman­den ken­nen ler­nen könnte. Heute weiß ich, dass es geht, aber es braucht eben manch­mal seine Zeit.

Foto­credits: Joa­chim Dobler

Dating Story: Wie mir beim ers­ten Date die Worte wegblieben

Wie mir beim ers­ten Date die Worte wegblieben

Diese Dating-Story erstreckt sich über zwei Events — daher auch über zwei Blog­ar­ti­kel 🙂 Lest hier im ers­ten Teil, wie Monja ihr ers­tes Event bei uns erlebt hat.

Es war wie­der ein­mal so weit. Erst in der Woche zuvor hatte ich mei­ner Arbeits­kol­le­gin Nadja eupho­risch von Julien und den vier groß­ar­ti­gen Dates mit ihm erzählt. Doch auf ein­mal blie­ben meine Whats­apps unbe­ant­wor­tet und ich musste mir ein­ge­ste­hen, dass ich wohl vor­erst doch nicht mit ihm bei Son­nen­un­ter­gang durch Mont­pel­lier fla­nie­ren würde. Ehr­lich gesagt weiß ich aber nicht, was schlim­mer ist: das Ghos­ting an sich oder die obli­ga­to­ri­sche Ver­kupp­lungs­ak­tio­nen von Nadja, die auf jede mei­ner geschei­ter­ten Roman­zen folgt. Tat­säch­lich fühle ich mich ihret­we­gen jedes Mal in eine Szene aus Harry und Sally ver­setzt. Nein, nicht die „Ich-will-genau-das-was-sie-hatte“-Szene, son­dern die, in der Car­rie Fisher ihre frisch getrennte Freun­din „trös­tet“, indem sie einen Kar­tei­kas­ten zückt, gefüllt mit poten­ti­el­len Mis­ter Rights. Nur hat Nadja keine Kar­tei­kar­ten.  Wir haben schließ­lich nicht mehr 1987 und es würde sich auch nicht loh­nen. Denn schnell kamen wir zur Erkennt­nis, dass der ein­zige Sin­gle-Mann, den sie kennt, um die 20 Jahre älter ist als wir sind. Sie ließ aber nicht locker. „Irgendwo in Wien muss man doch Män­ner ken­nen­ler­nen kön­nen. Was ist denn mit dei­nem Jiu-Jitsu-Ver­ein? Und über­haupt, was hast du eigent­lich gegen Dating-Apps?“.  Tat­säch­lich ist es mit Dating-Apps und mir sind so eine Sache. Ich bin näm­lich weder durch Bauch­mus­keln noch durch Glo­be­trot­ter-Geprahle zu beein­dru­cken (hat deine Greta immer Pause?). Zudem fällt es mir als Recht­schreib­pe­dan­tin ziem­lich schwer, Män­nern eine Chance zu geben, die sich als „empha­tisch“ bezeich­nen und die „Nicht Rau­che­rin­nen“ suchen.

Unser Gespräch ging jeden­falls ewig so wei­ter. Ich weiß auch nicht mehr wie genau es dazu kam, aber es endete mit einer Anmel­dung beim Silent Dating. Ich hatte schon öfter Anzei­gen davon gese­hen und die Idee klang für mich immer ganz span­nend. Wie der Name schon sagt, schaut man sich dabei 90 Sekun­den lang stumm in die Augen. Dadurch fällt fades Geplän­kel wie „Und, was sind so deine Hob­bies?“ (lass mich raten: Sport, Rei­sen und Foto­gra­fie­ren) erst ein­mal weg. Aller­dings wäre ich von selbst nie auf die Idee gekom­men, mich anzu­mel­den. Ich glaube, ich habe mich auch nur aus purer Resi­gna­tion von Nadja dazu über­re­den las­sen, denn nach der noch fri­schen Ent­täu­schung war meine Moti­va­tion, jemand Neues ken­nen­zu­ler­nen doch eher im Kel­ler.  Obwohl, etwas Neu­gier war auch dabei und so ließ ich mich auf das Ganze ein.

Am Mor­gen des Events recher­chierte ich noch schnell auf der Web­site über even­tu­ell vor­han­dene Dress­codes. Es gab kei­nen und so ent­schied ich mich für Jeans und eine Bluse, die um ein My schi­cker war als was ich nor­ma­ler­weise trage. Natür­lich musste ich dann auf der Arbeit fest­stel­len, dass Nadja spon­tan krank gewor­den war. Wenn es ein­mal läuft…. Aber das Ticket war ja schon bezahlt und so frischte ich mir am Abend noch kurz die Wim­pern­tu­sche auf und ging eben alleine hin. Als ich dort ankam, war ich erleich­tert, dass alles mega­ent­spannt zuging. Nach einem Glas Pro­secco ging es auch schon mit Auf­wärm­spie­len los. Ohne zu spre­chen ver­steht sich.

Nach einer Pause begann dann das eigent­li­che High­light: Das Eye­ga­zing. Beglei­tet von rühr­se­li­ger Instru­men­tal­mu­sik wech­selte man alle 90 Sekun­den den Tisch — und schaute sich an. Zuge­ge­ben: Die ers­ten zwei Run­den waren gewöh­nungs­be­dürf­tig, aber dann viel es mir immer leich­ter, den Blick­kon­takt zu hal­ten. Posi­tiv in Erin­ne­rung geblie­ben sind mir dabei beson­ders drei Teil­neh­mer. Nr. 5, Mar­tin, der eine enorme Ruhe aus­strahlte, dann Nr. 10, Alex, der zwi­schen­durch immer wie­der lachen musste und auch optisch mein Fall war und Nr. 12. Sei­nen Namen weiß ich nicht mehr, aber seine Brille hat mir gefallen.

Nach dem Event war ich in Hoch­stim­mung. Nicht weil ich allzu große Hoff­nun­gen hatte, der Liebe mei­nes Lebens begeg­net zu sein, son­dern weil es ins­ge­samt ein urschö­ner und beson­de­rer Abend war.

Zwei Tage spä­ter wurde man dann über die Matches benach­rich­tigt. Noch bevor ich die Mail öff­nete, kam die Nach­richt von Alex. Er bedankte sich für das Match und kurze Zeit spä­ter hat­ten wir eine Ver­ab­re­dung zum Eis essen ausgemacht.

An das Date selbst kann ich mich noch gut erin­nern. Wenn ich mir heute aller­dings die Sprach­nach­richt anhöre, die ich danach mei­ner beste Freun­din geschickt habe, wird ziem­lich schnell klar, warum dar­aus nichts wer­den konnte:  In der 11-minü­ti­gen Nach­richt (das ist gar nichts, Freunde) ging es erst ein­mal 2 Minu­ten um eine bevor­ste­hende Reise, dann folg­ten für 5 Minu­ten Mut­ma­ßun­gen, was das neue Pro­fil­foto von Julien wohl zu bedeu­ten habe. Eine Minute lang ließ ich mich dar­über aus, dass alle Män­ner feige sind, bevor ich in den letz­ten 3 Minu­ten vom Datin­ge­vent zu spre­chen kam. Das Date selbst war in etwa 50 Sekun­den erzählt. Es war ein schö­ner Nach­mit­tag, wir hat­ten uns viel zu erzäh­len, bla bla.

„Und, wirst du dich wie­der mit ihm treffen?“

„Grü­bel-Emoji. Ich weiß nicht.“

Nor­ma­ler­weise bin ich immer für ein zwei­tes Date und ergreife auch gerne die Initia­tive. Aber die­ses Mal zögerte ich. „Falls er sich noch mal mel­det, dann viel­leicht schon“.

Er tat es nicht. Aber ehr­lich gesagt war ich in den dar­auf­fol­gen­den Wochen ziem­lich beschäf­tigt und dachte auch nicht mehr daran. Heute weiß, dass ich selbst ein­fach noch nicht bereit war.

Und das war es dann…

für‘s Erste.  Auf die Gefahr hin zu spoi­lern: zu Ende ist die Geschichte noch nicht. Denn wie sich her­aus­stel­len sollte, war es auch für ihn damals ein­fach nicht der rich­tige Zeit­punkt gewesen.

Dating-Story: Gemein­sa­mes Herzpumpen

Gemein­sa­mes Herzpumpen

Eine ganz beson­dere Dating-Story für uns, denn: Sie kommt von einem Gast! Vor einem Jahr am Valen­tins­tag hat Jes­sica sich zu unse­rem “Fit­ness Dating” getraut. Wie das für sie so war, könnt ihr hier nachlesen:

Es begann, als mich eine Freun­din von der Uni fragte, ob ich sie zu einem soge­nann­ten Event namens „Fit­ness-Dating“ beglei­ten möchte. Sie ver­suchte mich damit zu über­zeu­gen, dass sie schon durch Bekannte viel Posi­ti­ves über die Orga­ni­sa­tion und das Kon­zept des Slow­da­tings gehört habe und sie es sich daher gerne ein­mal per­sön­lich anse­hen würde. Gelang­weilt, über­reizt und gene­rell unbe­frie­digt von all dem Tin­dern, ent­schied ich dazu, einem neuen, acht­sa­me­ren Ansatz eine Chance zu geben.

Was konnte ich denn schon ver­lie­ren? Im bes­ten Fall würde ich die Liebe mei­nes Lebens fin­den und ansons­ten würde ich bestimmt mit span­nen­den Ein­drü­cken, Erfah­run­gen und Selbst­er­kennt­nis­sen wie­der nach Hause gehen.

Bereit mich die­ser neuen, aben­teu­er­li­chen Her­aus­for­de­rung zu stel­len, erschien ich also am Abend in den Sport­räum­lich­kei­ten von Slow Dating Events Vienna.

Zu Beginn war ich sehr ner­vös, so wie ich es von mir selbst in die­ser Sache gar nicht kannte. Die neue Situa­tion und die Unge­wiss­heit, was mich gleich erwar­ten würde, lie­ßen mein Herz rasen. Und dann…

Bereits die Anmel­dung emp­fand ich als sehr per­sön­lich und herz­lich. Gleich wäh­rend ich mei­nen Namen in die Liste ein­trug, wurde ich durch Helena von Slow Dating Events Vienna mit die­sen ange­spro­chen und mit einem so tiefen­ent­spann­ten Lächeln begrüßt, dass mit einem Mal alle Ner­vo­si­tät von mir abfiel.

Nach einer kur­zen Ein­füh­rung folgte dann auch schon gleich die erste Ken­nen­lern­übung, die meine letz­ten Zwei­fel gänz­lich in Luft auf­löste. Sie erin­nerte an das Ankom­men in einem Impro­vi­sa­ti­ons­thea­ter-Work­shop. Oder an die Team­buil­ding Übun­gen, wie man sie vom Beginn eines Semi­nar­wo­chen­en­des kennt. Die­ser Start sorgte dafür, dass jede Sorge, es könnte selt­sam wer­den, mit ande­ren Frauen in einem Raum um ein­zelne Män­ner zu buh­len, sofort wie weg­ge­bla­sen war. Genau das Gegen­teil war der Fall: Es wurde eine ange­nehme und gemüt­li­che Atmo­sphäre geschaf­fen, bei der man jeder Per­son im Raum, egal ob Mann oder Frau, zutiefst wohl­wol­lend geson­nen war.

Und so fand ich mich in null Komma nichts in ver­schie­dens­ten Gesprä­chen mit ganz unter­schied­li­chen Män­nern wie­der. Zwar rück­ten die Sport­übun­gen damit einer­seits in den Hin­ter­grund, ande­rer­seits gab es dadurch die Mög­lich­keit, durch viele kleine Berüh­run­gen in Form von Stütz- und Dehn­hil­fen gleich einen gesun­den Grad an Kör­per­kon­takt herzustellen.

Dabei fiel mir einer der Typen immer wie­der beson­ders auf. Und, wie sich im Nach­hin­ein her­aus­stellte, ich ihm auch. Aber das war mir damals natür­lich noch nicht klar und ich war daher, als es zum Ende des Abends kam, ich meine Matching-Aus­wahl traf und meine Num­mer hin­ter­ließ, ent­spre­chend auf­ge­regt, ob ich jemals etwas von ihm hören würde…

Und wie geht es mir – oder bes­ser gesagt — UNS heute?

Ich kann manch­mal gar nicht fas­sen, wel­ches Glück ich hatte, einen so beson­de­ren Men­schen ken­nen zu ler­nen. Der seit­dem jeden Tag mein Leben berei­chert und auch in einem so schwe­ren Jahr — ent­ge­gen jeder Logik- es zu einem wun­der­schö­nen und berei­chern­den Jahr gemacht hat…

Danke Helena und Till für euren stän­di­gen uner­bitt­li­chen Ein­satz für die Liebe!
Eure Liebe zur Liebe inspi­riert täglich.

Dating-Story: Freie Fahrt

Freie Fahrt

Wir star­ten mit unse­rer Dating-Story Reihe! Dating-Geschich­ten, die Men­schen erlebt und uns zuge­schickt haben. Den Beginn macht Erik:

Ich habe mich bei unse­rem ers­ten Date in meine jet­zige Frau ver­liebt, was eigent­lich gar kein Date sein sollte. Wir haben uns in den ers­ten Mona­ten des Stu­di­ums ken­nen­ge­lernt und sind Teil der­sel­ben Gruppe von Freun­den gewor­den. Wir sind in der Gruppe und bei Ver­an­stal­tun­gen rum­ge­han­gen, aber nie­mals nur wir beide.

Sie hatte kein Auto, ich schon – und das stellte sich als gro­ßer Vor­teil her­aus. Wir hin­gen zwi­schen den Vor­le­sun­gen im Café ab und sie spürte eine Erkäl­tung aufkommen.

Sie brauchte Medi­zin, sofort!

Ich mit mei­nem Auto — und schon leicht ver­knallt in der Hoff­nung sie würde es erwi­dern — bot an, sie zum Ein­kaufs­zen­trum zu fah­ren, um die Medi­zin zu holen. Sie stimmte zu und es ging los.

Ich war noch nie so ner­vös beim Auto fah­ren gewe­sen. Mein Herz pochte in mei­ner Brust und meine Hände schwitz­ten am Lenk­rad, aber wir kamen gesund und mun­ter an und unter­hiel­ten uns wäh­rend dem Weg über unser Leben.

Wir haben die Medi­zin bekom­men, dann habe ich Pizza vor­ge­schla­gen. Als sich das Gespräch über ein paar Stü­cke bil­li­ger Pizza ver­tiefte, beschlos­sen wir beide, unsere nächste Vor­le­sung zu schwän­zen und statt­des­sen spa­zie­ren zu gehen. Die Herbst­luft und die wech­seln­den Blät­ter waren eine wun­der­schöne Kulisse, als wir durch die Stadt gin­gen, über unsere Hoff­nun­gen und Träume spra­chen und uns verliebten.

Zumin­dest ich ver­liebte mich, aber spä­ter fand ich her­aus, dass sie es auch tat. Puh.

Schließ­lich, als die Sonne unter den Ber­gen unter­ging und den Him­mel färbte, beschlos­sen wir, nach Hause zu fah­ren. Die Ner­vo­si­tät, die ich auf dem Weg zum Ein­kaufs­zen­trum ver­spürte, war durch ein Gefühl der Zufrie­den­heit ersetzt wor­den. Ihre zarte Hand ruhte auf meiner.

Als ich sie schließ­lich vor ihrem Wohn­heim absetzte, war diese Ner­vo­si­tät zurück­ge­kehrt. Ich wollte sie küs­sen, aber hatte Angst, den schö­nen Tag, den wir hat­ten, zu rui­nie­ren. Zum Glück traf sie die Wahl für mich und gab mir einen leich­ten Kuss auf meine Wange, bevor sie hineinrannte.

Ich konnte das Grin­sen für den Rest der Nacht nicht von mei­nem Gesicht bekom­men. Ehr­lich gesagt kann ich es immer noch nicht, wenn ich nur daran denke, wie unser gemein­sa­mes Leben bei die­sem ers­ten Date begann.

Foto­credit: Joy Kirr